03 Mai 2016

4 Anzeichen, an denen Sie einen Befall durch Schimmel erkennen

Schimmel erkennen kann ernsthafte Atemwegserkrankungen vermeiden.

03 Mai 2016

Schimmel in der Wohnung, und insbesondere in der Raumluft, kann ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Die eingeatmeten Schimmelsporen können zu allergischen Reaktionen mit dem Auftreten von chronischen Erkältungen (und den Folgeerscheinungen wie Schleimhautreizungen, Nebenhöhlenentzündungen, …) und in der Folge der chronischen Atemwegserkrankungen zu Dauerschädigungen der Lunge führen. Wie kann man Schimmel erkennen und auf einfache Weise herausfinden, ob die eigene Wohnung betroffen ist?

Einige typische Anzeichen dafür, den Schimmel zu erkennen, der sich in den eigenen vier Wänden breit gemacht hat:

1. Modrige, faulig riechende Raumluft

Schimmel erkennen durch Geruch

Foto: schimmelpilz-fachzentrum.de

Auch nach dem regelmäßigen Lüften bleibt in Ihrer Wohnung ein fauliger, modriger Geruch? Hier haben wir ein erstes Anzeichen dafür, dass ein Schimmelbefall vorliegt, denn diesen Geruch verursachen Schimmelpilze durch ihren Stoffwechsel: es entstehen flüchtige organische Verbindungen („VOC“ = volatile organic compounds), die wir mit unseren Riechzellen wahrnehmen können. Sind die Wände einmal mehr oder weniger vom Schimmelpilz befallen, befinden sich immer Schimmelsporen auch in der Raumluft. Bei jeder Luftbewegung (also auch beim Lüften) werden diese Sporen von den Wänden in die Raumluft transportiert.

Daher sind die typischen Folgen eines bereits langanhaltenden Schimmelbefalls auch Erkrankungen der Atemwege, die durch die in der Raumluft befindlichen Schimmelsporen ausgelöst werden. Diese Schimmelsporen verursachen auf unserer Riechschleimhaut den typischen, modrigen Geruch. Als weitere Auswirkung einer hohen Sporenbelastung können auch häufiger Husten, dauerndes Kratzen im Hals oder einem brennende und tränende Augen auftreten.

2. Schimmel erkennen – Schwarze Punkte oder Flecken an den Wänden

schimmel erkennen: schimmelflecken auf der tapete

Foto: eigene Aufnahme

In den meisten Fällen kann man bereits durch genaue Betrachtung Schimmel erkennen: auf Tapeten, Wandanstrichen oder auch hellen Fugen zeigen sich beispielsweise kleine braune oder schwarze Punkte. Diese dunklen Verfärbungen (tlw. auch grünlich oder bläulich) sind vom Schimmelpilz befallene Flächen. Diese Flächen wachsen mit der Zeit, wenn die wichtigsten Wachstumsfaktoren vorhanden sind bzw. bestehen bleiben: Feuchte und Nahrung (z.B. Cellulose aus dem Material der aufgebrachten Tapete oder auch dem aufgebrachtem Tapetenkleister). Wenn Sie den Schimmel optisch erkennen, wird es Zeit, schnellst möglich Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Als erstes „Hausmittel“ können Sie den Pilz auf kleineren Flächen mit einem in Alkohol (z.B. Brennspiritus) getränkten Tuch betupfen (Vorsicht: auf ausreichende Belüftung achten; Entzündungsgefahr!). Auf größeren Flächen ist der Schimmel auf diesem Wege kaum noch zu bekämpfen bzw. zu beseitigen; hier sollten Sie in jedem Falle professionelle Hilfe in Anspruch nehmen!

Leider ist Schimmel nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Er versteckt sich auch gerne hinter Gegenständen, die eine Luftzirkulation verhindern (Beispiel: Möbel, im Besonderen an Außenwänden). Daher sollten Sie bei einem Verdacht auf Schimmelbefall auch unbedingt Wände hinter Schränken oder anderen sperrigen Gegenständen prüfen.

3. Hohe Feuchtigkeit / feuchte Stellen im Raum

Schimmelpilze brauchen für Ausbreitung und Wachstum ausreichend Wasser; daher bevorzugen sie feuchte Stellen. Sind Räume übermäßig besonders feucht (z.B. durch das Trocknen von Wäsche), ist dies ein erster Hinweis für einen möglichen Schimmelbefall. Die hohe Feuchtigkeit kann natürlich auch durch mangelhaftes oder falsches Lüften verursacht werden, durch fehlende oder fehlerhaft angebrachte Wandisolierungen, als Folge von vorhergehenden oder auch unzureichend abgestellten Wasserschäden, Kondenswasserbildungen an Kältebrücken (Fensterbänke o.ä.), oder auch durch andere bauliche Mängel.

schimmel erkennen: kondenswasser und schwitzwasser am fenster

Foto: ratgeberzentrale.de

Die Feuchtigkeit setzt sich als Kondenswasser meist an Fenstern, Fensterbänken oder den Wänden ab. Liegt die Raumtemperatur dann bei ca. 18 bis 25 °C, und findet der Pilz auf dem Untergrund ausreichend Nahrung, dann kann er prächtig wachsen und gedeihen; einer großflächigen Ausbreitung steht dann nichts mehr im Wege.

Daher ist eine erste Vorsichtsmaßnahme, die Feuchtigkeit in Räumen zu reduzieren: regelmäßiges Lüften (Stoßlüftung, um ein Auskühlen der Wände zu vermeiden!). Auch der Wasserdampf nach dem Duschen sollte nicht in andere Räumen ziehen können (Türen geschlossen halten!). Bodenpfützen und größere Wasseransammlungen am Boden sollten Sie schnellst möglich aufwischen.

4. Ständige Schlafstörungen

Auch das Gesundheitsempfinden der Bewohner einer Wohnung kann ein Alarmzeichen sein: so können beispielsweise regelmäßige Probleme beim Einschlafen oder häufiges Aufwachen in der Nacht ein Hinweis dafür sein, dass ein Schimmelbefall vorliegt, der beispielsweise, tagsüber unbemerkt, die Atmung beeinträchtigt.

Eine Problemzone diesbezüglich ist häufig das Schlafzimmer. Viele Menschen schlafen gerne in einem kühlen, ungeheizten Raum. Durch das Ausatmen und den Wasserverlust über die Haut verliert der Mensch ca. 900-1.000 ml Wasser am Tag; rechnet man dies auf die Schlafzeit um, kommt auf ca. 300-400 ml Wasserverlust pro Person. Die Löslichkeit von Wasserdampf in der Raumluft ist sehr stark temperaturabhängig: bei 10 °C lösen sich nur ca. 9 g/m³, bei 20 °C sind es bereits ca. 17 g/m³. Feuchtigkeit, die Luft nicht mehr aufnehmen kann, schlägt sich als Kondenswasser an den kalten Stellen im Raum nieder – und begünstigt die Ausbreitung von Schimmel. Wer also gerne in einem ungeheizten Raum schlafen möchte, sollte das Schlafzimmer tagsüber auf Temperaturen von 14-18 °C halten, so dass Wände, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände „vorgeheizt“ sind, wenn man zum Schlafen die Heizung zurückstellt. Auch eine regelmäßige Stoßlüftung des Schlafzimmers ist dringend erforderlich; auch hier sollte man natürlich darauf achten, das Lüften so durchzuführen, dass nicht noch zusätzliche Feuchtigkeit von außen in den Raum gelangt.

Schließlich können noch weitere Warnsignale des Körpers Hinweise auf einen Schimmelbefall in der Wohnung sein: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und Hautpilzerkrankungen. Wenn Sie sich solche Körpersignale nicht erklären können, und womöglich aufgrund der oben genannten Punkte ein Verdacht auf einen Schimmelbefall besteht, suchen Sie für eine weitere Klärung unbedingt einen Arzt auf.

Wenn Sie weitere Fragen zur Raumlufthygiene haben, nutzen Sie unsere Sach- und Fachkompetenz als Technische Beratung in allen Bereichen der Hygiene und Gesundheit in unserer Umwelt. Als Kompetenznetzwerk mit einem breiten Erfahrungsschatz bieten wir Ihnen praxisnahe Hilfestellungen und sinnvolle und bezahlbare Lösungen zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Hygiene in Ihrer Raumluft und Ihrem Trinkwasser. Gerne beraten wir Sie in einem ersten Gespräch kostenfrei und unverbindlich; nutzen Sie für Ihre Anfrage das Kontaktformular der Web-Site!

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Blog-Beiträge Dr. Matthias Brück

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