08 Jan 2015

Bakterien „adè“: Mögliche Alternative zu Antibiotika entdeckt

Liposomen in der Zelle werden zum Schutzschild

08 Jan 2015

Die Zeitschrift Bionity.Com berichtet in einem Fachartikel vom 04.11.2014 über die mögliche Entdeckung / Entwicklung einer neuartigen Substanz, um schwere, durch Bakterien verursachte  Infektionen behandeln zu können. Damit könnte diese neue Substanz eine Alternative zu den bereits seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts bekannten Antibiotika auf Penicillinbasis und den im Verlauf der Folgejahre immer weiter entwickelten Antibiotika auf Basis anderer chemischer Produktklassen darstellen.

Wie in der Publikation berichtet haben die Forscher durch Liposomen (nanoskalige Bestandteile der Fettschicht von Körperzellen) einen speziellen «Schutzschild» entwickelt. Dieser fängt die von den Bakterien ausgestossenen Giftstoffe ein und baut sie ab. Dadurch werden die Bakterien ungefährlich und können von den Zellen des Immunsystems überwältigt und unschädlich gemacht werden. Die Studie wurde von der Zeitschrift «Nature Biotechnology» am 2. November publiziert.

Resistenzeffekte behindern Wirkung klassischer Antibiotika

Klassische Antibiotika im Einsatz gegen Bakerien

Foto: pixabay, CC0 Public Domain / FAQ

Diese Entdeckung ist vor dem Hintergrund der in der heutigen Zeit immerwieder auftretenden Resistenzbildung vieler Keimarten gegen „klassische Antibiotika“ von großer Bedeutung. Mit der Resistenz einhergehend wird die Behandlung zahlreicher Infektionskrankheiten immer schwieriger, da sich die bekannten chemischen Klassen von Antibiotika immer häufiger als wirkungslos gegenüber vielen Keimarten entpuppen; erwähnt seien in diesem Zusammenhang beispielsweise die bekannten multiresistenten Staphylococcus aureas-Arten (MRSA-Keime), die sich mehr und mehr auch in vielen Lebensmitteln (z.B. Fleisch aus der Geflügelzucht) finden. Hier zeigen sich damit beispielhaft die negativen Seiten eines umfassenden Antibiotika-Einsatzes im Bereich der Massentierhaltung.

Neue Wirkmechanismen zur Bekämpfung von Bakterien sind gefragt

Es bleibt daher spannend, wohin sich die Entwicklung neuer, sicherer Antibiotika bewegen wird. Zahlreiche Forscherteams in aller Welt befassen sich intensiv mit diesem Thema. Es gibt immer wieder neuartige Ansätze, den Stoffwechsel von Keimen und Bakterien wirkungsvoll zu stören bzw. zu zerstören und damit die Lebensfähigkeit von Keimen und Bakterien zu begrenzen. Leider sind bisher kaum technische Alternativen zu den bekannten Antibiotika-Typen bis zur Kommerzialisierung gelangt, auch weil die klinischen Tests und Studien zur Untersuchung von Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen sehr zeitaufwendig sind.

Es bleibt zu hoffen, dass wir in naher Zukunft wirkungsvolle Mittel und Wege zur Erhaltung der Gesundheit der Menschen in allen Teilen der Welt finden werden. Denn dass uns die allgegenwärtigen gesundheitsgefährdenden Keime und Bakterien den Gefallen tun werden, ihre Vermehrungsgeschwindigkeit und damit einhergehend ihre schnelle genetische Veränderung und Anpassung uns zuliebe zu verlangsamen, darf man bezweifeln …

Aktualisierung 13.01.2018:

Biologika: die neue Waffe gegen unerwünschte Bakterien

Nachdem das Schwert der Antibiotika gegen unliebsame Keime und Mikroorganismen aufgrund von Resistenzeffekten immer stumpfer wird, geht der Blick der Forscher in Gesundheitswesen und Medizintechnik immer öfter zu Mutter Natur, wie diese unerwünschte Wachstumseffekte vo Mikroorganismen im Zaum hält. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen und erforderlichen Dauermedikationen wie beispielsweise bei Rheuma oder Diabetes, aber auch in der Krebsbehandlung, kommen immer mehr Biologika zum Einsatz.

Haben die Wissenschaftler erst einmal verstanden, wie solche Wirkstoffe bei der Bakterienbekämpfung funktionieren, ist der nächste Schritt, mittels Gentechnik (z.B. mit der CRISPR- / CAS-9-Methode) die gewünschten Herstell-Gene in geeignete Zellen einzuschleusen und diese dann gezielt zu vermehren. Obwohl solche biotechnologisch hergestellten Produkte bereits seit rund 20 Jahren auf dem Markt sind (ca. 180 verschiedene Wirkstoffe sind bisher entdeckt worden), waren Sie bis vor kurzem noch eher in einem „Dornröschenschlaf“. Nun aber kommt Schwung in diese Form der Forschung und Gentechnik.

So ist abzusehen, dass die Zukunft in der Bekämpfung von unerwünschten Mikroorganismen und für den Menschen schädlichen Keimen nicht mehr in der Behandlung mit „Breitband-Chemikalien“ liegt (die uns dann bei der Abwasseraufbereitung und -klärung wieder unerwünscht vor die Füße fallen), sondern der Trend geht wohl in Zukunft sehr klar in Richtung biologischer „Designer-Wirkstoffe“, hergestellt mittels biotechnologischer Methoden und Verfahren; womöglich bald sogar auf den Menschen maßgeschneidert – wenn die Wissenschaft erst einmal verstanden hat, wie das Mikrobiom jedes einzelnen Menschen „tickt“ und im positiven Fall beeinflussbar ist.

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