07 Apr 2015

Bakterien-Schnelltest spürt mikrobiologische Verunreinigungen im Wasser auf

Neuer Bakterien-Schnelltest der TU Wien ermöglicht Unterscheidung zwischen menschlicher und tierischer Kontamination in fäkalen Verunreinigungen von Trinkwasser

07 Apr 2015

Seit 2010 zählt der Zugang zu sauberem Trinkwasser zu den Menschenrechten. Dennoch müssen noch immer eine Milliarde Menschen darauf verzichten. Verschmutztes Wasser zählt zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken für den Menschen. Besonders gefährlich sind fäkale Verunreinigungen, die man  bisher nur aufwendig mit Hilfe von Bakterienkulturen nachweisen konnte. Die TU Wien und das Start-up BioTrac konnten nun aber mit einem neuartigen Bakterien-Schnelltest eine Methode entwickeln, die viel einfacher und spezifischer funktioniert: Die neue Methode detektiert nicht Bakterienkulturen, sondern spezifische DNA-Sequenzen.

Das Aufspüren bakterieller Verunreinigungen im Trinkwasser ist bis heute eine zeitaufwendige Angelegenheit: die Bakterien aus dem getesteten Wasser werden häufig zunächst mittels aufwendiger Filtrationsverfahren abgetrennt und angereichert, dann auf Trägerplatten aufgebracht und mittels einer Nährlösung vermehrt. Anschließend erfolgt der Nachweis, in der Regel durch Auszählen der sich auf den behandelten Trägerplatten entwickelnden Bakterienkulturen. Dieser Prozess kann, je nach Bakterienart, einen oder auch mehrere Tage dauern. Häufig fehlt jedoch die Möglichkeit einer genauen Aussage, um welche Stämme es sich handelt, weil man in der Regel Bakterienmischungen vermehrt und ausgewertet hat.

Auffinden bakterieller Verunreinigungen bisher zeitaufwendig und ungenau

Amplicator von BioTrac

Amplicator von BioTrac,
Foto: © TU Wien

So wird die Anwendbarkeit dieser Indikator-Bakterien zunehmend hinterfragt, weil sie beispielsweise auch nicht-fäkalen Ursprungs sein können. Die bisherigen Tests sagen nichts über die eigentliche Kontaminationsquelle aus. An der TU Wien wurden nun aber moderne Methoden entwickelt, mit denen man eine spezifische DNA-Sequenz von Darmbakterien nachweisen kann. Nach Einschätzung von Andreas Farnleitner (TU Wien) hat dieser Ansatz das Potenzial, die Analytik in den nächsten Jahren zu revolutionieren, denn „Erstens kann man damit die Analysezeit auf wenige Stunden reduzieren, weil keine Bakterienkulturen mehr gezüchtet werden müssen, und zweitens lässt sich nun die Herkunft der Kontamination bestimmen.“ (Zitat s. http://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/9373/).

Wasserqualitätstest

Foto: © TU Wien

So kann man etwa zwischen Kontamination durch Menschen und Kontamination durch Tiere unterscheiden – das ist essenziell, um die Gesundheitsgefährdung, die von Wasser ausgeht, besser beurteilen und zielgerichtet Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Technisch waren solche DNA-Tests schon bisher möglich, allerdings  mit teuren Instrumenten, die nur von sehr gut geschultem Personal bedient werden können. Nun stellt die TU Wien erstmals ein Gerät vor, mit dem die Tests in vereinfachter Form durchführbar sind. Damit können selbst Spuren von bakterieller DNA vermehrt und anschließend mit einem einfachen Streifentest nachgewiesen werden.

Neuartiger Bakterien-Schnelltest wird auf Hannover-Messe vorgestellt

Auf der Hannover Messe von 13. bis 17. April werden die TU Wien und ihr Spin-Off BioTrac diese neue Entwicklung in der bakteriellen Wasseranalytik vorstellen. Die zugrundeliegende Testmethode für dieses neue Verfahren ist zur  Untersuchung  der Wasserressourcen zur Trinkwasserversorgung einer Millionenstadt bereits seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz. Wasserversorger und Analytiklabore können enorme Zeit- und Kostenvorteile aus der neuen Technologie ziehen und die höhere Aussagekraft der Untersuchungen ermöglicht die schnellere und zielgerichtet Bekämpfung bakterieller Verunreinigungen von Trinkwasser.

Für weitere Fragen rund um die vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft, und im Speziellen zu den Themenbereichen Trinkwasserqualität und -hygiene, Prozesswasseraufbereitung, Hygiene und Desinfektion sowie passiven Wärmeschutz von Gebäuden schauen Sie sich gerne die Beiträge auf meiner Web-Site an und nutzen Sie das Kontaktformular der Web-Site für eine spezifische Anfrage.

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