23 Mai 2017

BMBF-Förderprojekt WavE – Förderung nachhaltiger Wasserversorung

BMBF-Förderprojekt WavE soll neue innovative Konzepte zur nachhaltigen Wasserversorgung von Haushalten, Landwirtschaft und Industrie fördern und unterstützen

23 Mai 2017

Der Wasserbedarf in Haushalten, Landwirtschaft und auch Industrie / verarbeitendem Gewerbe steigt durch eine intensive Wassernutzung weltweit kontinuierlich an. Diese immer weiter um sich greifende Wassernutzung führt selbst in Deutschland bereits zu regionaler Wasserverknappung. Wirklich dramatische Ausmaße nimmt diese Wasserverknappung heute schon in verschiedenen Regionen der Welt an, wie z.B. bei der Austrocknung des Aralsees oder auch den massiven (Trink)Wasserproblemen in Kalifornien.

Daher hat das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine neue Fördermaßnahme aufgelegt, um die Wassernutzung künftig nachhaltiger zu gestalten. Bei WavE („Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung“) stellen sich Akteure aus Wissenschaft,

Naturnahe Bachlandschaft

Foto: pixabay / publ. domain

Zukunftsfähige Konzepte zur Wassernutzung sind gefragt

Wirtschaft und Praxis in 13 Verbundprojekten der Herausforderung, neue Lösungen für eine eben solche nachhaltige Wasserversorgung von Haushalten, Industrie und Landwirtschaft zu entwickeln. Dabei sollen neue innovative Verfahren und Konzepte sowohl die Verwertung von kommunalen Abwässern wie auch eine optimierte Nutzung industrieller Wasserkreisläufe möglich machen  – eine nutzungsgerechte Wasserqualität und ausreichender Verfügbarkeit vorausgesetzt.

Dabei sind die insgesamt 13, für drei Jahre geförderten Verbundprojekte, verschiedenen Themenfeldern zugeordnet. Im ersten Themenfeld „Wasserwiederverwendung durch Nutzung von behandeltem kommunalem Abwasser“ sollen beispielsweise mit speziellen neuen Technologien aufbereitete Abwässer aus Städten und Gemeinden für die Bewässerung von Nutzpflanzen und für wasserintensive Prozesse in der Industrie nutzen. Hier geht es also um die Nutzung sogenannter „Grauwässer“, spezieller Abwässer mit einer rel. niedrigen Belastung, die ohne umfangreiche Aufbereitungsverfahren oder mit einfachen mechanischen und chemischen Maßnahmen einer Zweitnutzung zugeführt werden können. Eine wichtige Voraussetzung hier ist die Trennung von Abwässern aus Toiletten (hohe fäkale Belastung, sog. „Schwarzwässer“) von den Abwässern aus geringerer Belastung (z.B. Küchenabwässer, z.B. aus Waschprozessen von Gemüse, Obst, …; sog. „Grauwässer“). Gelingt dies Vortrennung sauber, ist unter Umständen auch die Erzeugung von einwandfreiem Trinkwasser ist dabei denkbar. Außerdem wäre hier zusätzlich ggf. auch noch eine energetische (Abwärme)Nutzung möglich, wie beispielsweise von den Experten der „Wasser-Energie-Gruppe“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) angestrebt.

Kreislaufführung des Wassers auch für industrielle Prozesse relevant

Das zweite Themenfeld befasst sich unter dem Aspekt der „Kreislaufführung von industriell genutztem Wasser“ damit, wie für industrielle Prozesse (Waschen, Kühlen, Heizen, Transport / Flotation, …) genutztes Wasser am jeweiligen Standort aufbereitet und in möglichst großem Umfang wieder genutzt werden kann.

Industrie-Architektur

Foto: pixabay / publ. domain

Ein möglicher Ansatz dazu besteht beispielsweise in größeren Industrieparks, aber auch in der Stahlindustrie, im Bergbau oder auch in der Lebensmittelverarbeitung. So könnte ggf. in größerem Umfang Frischwasser eingespart werden. Außerdem könnten die aus dem vorgereinigten Wasser abgetrennten Substanzen teilweise als Rohstoffe weiterverwendet werden.

Aufarbeitung salzhaltiger Abwässer im Fokus

Im dritten Themenfeld „Aufbereitung von salzhaltigem Grund- und Oberflächenwasser“

Salinas de Tenefé

Foto: Wikipedia / publ. domain

schließlich liegt der Fokus auf einer umfassenden Abtrennung von Salzen und ggf. weiteren Schadstoffen , um das so gereinigte und entsalzte Wasser dann als Trinkwasser nutzen zu können. Nur ein geringer Teil des auf der Erdoberfläche vorkommenden Wassers steht in Süßwasserqualität zur Verfügung  (ca. 3 % – hier entsprechendes Foto einfügen!) – daher ist Süss- bzw. Trinkwasser ein kostbares Gut. Die Aufbereitung salzhaltiger Grundwässer bzw. auch von Meerwasser selbst ist in vielen Teilen der Welt relevant, in denen Wasserknappheit herrscht.

Unter vielen weiteren Industrie- und Forschungspartnern unterstützt auch die DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.) mit dem wissenschaftlichen Begleitvorhaben „TransWavE“ die BMBF-Fördermaßnahme; hier wurde der „Startschuss“ für den Beginn des Projektes in einer Auftaktveranstaltung am 13. und 14. Dezember mit rund 120 Teilnehmern in Frankfurt gegeben. Dabei ist die wichtigste Aufgabe von „TransWavE“, den Austausch zwischen den beteiligten Verbundprojekten zu fördern und die jeweiligen Partner in einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch einzubinden. Die Ergebnisse von WavE sollen dann gebündelt und den Anwendern zur Verfügung gestellt werden .

BMBF fördert Nachhaltiges Wassermanagement in diversen Programmen

Die Fördermaßnahme WavE ist Teil des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA) und der BMBF-Forschungsagenda Green Economy im Handlungsfeld „Produktion und Ressourcen: Rohstoffe, Wasser und Land“. Ziel des Förderprogramms durch das BMBF ist letztendlich, deutsche Unternehmen und Dienstleister am internationalen Wassertechnikmarkt zu stärken. Eine Übersicht über alle 13 Teilprojekte im Rahmen des Gesamtprojektes findet sich hier.

Für weitere Informationen und Lösungen rund um den nachhaltigen Umgang mit Trinkwasser in Wohnungswirtschaft, Industrie / Gewerbe und Öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen schauen Sie sich gerne die Beiträge auf meiner Web-Site an und nutzen Sie das Kontaktformular der Web-Site für Ihre spezielle Anfrage.

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Blog-Beiträge Dr. Matthias Brück

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