16 Jun 2015

Chinas Wasserversorgung: Mega-Wasserspiele geplant

Chinas durstiger Norden soll mit Wasser aus dem Süden des Landes versorgt werden. Doch der gewaltigste Kanalbau der Weltgeschichte bereitet Probleme

16 Jun 2015

Chinas Wasserversorgung ist ein gewaltiges Problem: der Norden des Landes, der an die Mongolei und die riesige Wüste Gobi angrenzt, leidet an akutem Trinkwassermangel. Um diesen Mangel langfristig zu beseitigen, plant die Regierung ein gewaltiges Vorhaben, das selbst den Drei-Schluchten-Damm

Dreischluchtendamm, Hauptwall, 2006

Dreischluchtendamm, Hauptwall, 2006
Foto: Christoph Filnkößl / Wikipedia, publ. dom., Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

noch in den Schatten stellen wird: geplant ist ein künstlicher Strom, länger als der Rhein. Doch wie zu erwarten: doch der gewaltigste Kanalbau der Weltgeschichte bereitet Probleme.

Grosse „Süd-Nord-Wasserumleitung“ für Chinas Wasserversorgung in Phase 1 fast abgeschlossen

Derzeit vollenden chinesische Bautrupps Teil 1 des gigantischen Vorhabens. Das Kanalsystem misst bereits jetzt 1432 Kilometer – und ist damit länger als der Rhein. Im Gegensatz zum Drei-Schluchten-Damm handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine „lokale Maßnahme“ (was schon bei dieser Dimension nicht wirklich zutraf), daher lässt sich die geplante „Süd-Nord-Wasserumlenkung“ nicht auf einem einzelnen Foto zeigen.

Chinas Norden mit der Hauptstadt Peking leiden an akutem Wassermangel

Nach Phase Eins sind noch weitere Strecken von ähnlicher Länge geplant. Dabei ist auch ins Gespräch gekommen, den Stausee hinter dem Drei-Schluchten-Damm auch gleich anzuzapfen. Das alles dient dazu, Chinas Wasserversorgung auch in den Norden Landes zu bringen. Wie bereits in einem früheren Beitrag berichtet, herrscht hier aufgrund der angrenzenden Wüstenregionen der größte Wassermangel.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.

(Video: YouTube / Standard-YouTube-Lizenz, © DW (Deutsch))

Auch die Hauptstadt Peking mit ihren heute bereits ca. 20 Mio Einwohnern  liegt praktisch am Rand der Wüste. Die verwöhnten Hauptstädter wollen auf lange Duschen und den Erhalt von Golfplätzen nicht verzichten. Der Wasserbedarf von Peking wächst daher schnell weiter, während das Grundwasser unter der Stadt schon auf mehrere 100 Meter Tiefe abgesackt ist. Offiziell gilt der Wassermangel bereits heute als Wachstumsbremse für den Norden des Landes.

Megaprojekt bereits zu Zeiten von Mao Zedong in den Grundzügen geplant

Das Megaprojekt einer Wasserumleitung von Süden nach Norden war bereits eine Idee des Diktators Mao Zedong. Zu altkommunistischen Zeiten fehlten jedoch die finanziellen Mittel und Reserven, um ein so großes Vorhaben mit einer Überquerung von Gebirgen und Untertunnelungen von großen Flüssen umzusetzen; in der letzten Ausbaustufe sollen jährlich 45 Milliarden Kubikmeter Wasser gegen die Schwerkraft durchs Land fließen. Im modernen China ist dagegen offenbar nichts unmöglich: mit nahezu unendlichen Geld- und Devisenreserven lässt sich am Anlagemarkt kaum Zins erwirtschaften, also wohin mit dem vielen Geld? …

Die Kosten haben bereits 75 Milliarden Euro überschritten. Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Natürlich werden mit dem Mega-Projekt auch wieder Hunderttausende von Zwangsumsiedlungen einhergehen. Auch hier zahlt der chinesische Staat seinen umgesiedelten Bürgern wieder hohe „Umsiedlungsprämien“ – jedenfalls auf dem Papier … Die Betroffenen der Umsiedlungen für das Projekt „Drei-Schluchten-Damm“ haben sicherlich andere Erfahrungen gemacht.

Gravierende Auswirkungen auf die Ökosysteme erwartet

Wandernder Stein im Death Valley Nationalpark

Foto: Jon Sullivan (pdphoto.org) / CC0, public domain

Auch die erwarteten Auswirkungen auf die Ökosysteme sind gravierend. Zwar sind sich die Wasserbauexperten noch nicht einig über Art und Umfang dieser Auswirkungen, doch nach Einschätzung aller Experten wird das Projekt wird ganz sicher Langzeitschäden produzieren. Auch das Mikroklima entlang der Strecke wird sich verändern. Vormals fruchtbare Landstriche drohen nach dem Bau von Stauseen auszutrocknen. Nach allem, was heute im Zusammenhang mit den Diskussionen rund um das Projekt „Drei-Schluchten-Damm“ bekannt ist, werden diese Mahnungen die chinesische Regierung wohl nicht von ihrem Plan abbringen. Und wer weiß, vielleicht lernen die Wasserbauer sogar aus den Folgen ihres Tuns – und entwerfen in der Folge ein Szenario, um dem unter Wassernotstand leitenden Süden der USA, im Speziellen Kalifornien, zu mehr Wasser zu verhelfen. Schließlich sind hier auch bereits seit vielen Jahren Überlegungen im Gange, Wasser aus dem Norden („Great Lakes“) quer durch den Kontinent nach Süden umzuleiten …

Für weitere Fragen rund um die Themenbereiche der vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft wie Trinkwasserqualität und -hygiene, Prozesswasseraufbereitung, Hygiene und Desinfektion sowie passiven Wärmeschutz von Gebäuden schauen Sie sich gerne die Beiträge auf meiner Web-Site an und nutzen Sie das Kontaktformular der Web-Site für Ihre spezielle Anfrage.

Gefallen Ihnen die Themen dieser Web-Site und meine Blog-Beiträge?
Dann teilen Sie sie gerne in Ihrem Netzwerk per Facebook, Twitter oder Google+.
Um keinen Beitrag zu verpassen, können Sie die News auch als RSS-Feed abonnieren:
https://drbrueck.de/feed/rss/

 

Kommentar hinterlassen
Weitere Beiträge
Kommentare
Kommentar

Kommentar verfassen

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.
blogwolke.de - Das Blog-Verzeichnis
%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu, Diese sind für den Betrieb dieser Seite notwendig. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen