09 Jun 2015

Erneuerbare Energie: Gigantische Gezeitenkraftwerke geplant

Das englische Unternehmen Tidal Lagoon Power (TLP) plant mehrere gewaltige Gezeitenkraftwerke an Englands Westküste

09 Jun 2015

Viermal täglich wechseln die Gezeiten – seit ewigen Zeiten … Und fast genau so lange denken Menschen darüber nach, wie man die Energie des fließenden Wassers nutzen kann …; ein gangbarer Weg dafür sind Gezeitenkraftwerke.

Gezeitenkraftwerke – die Kraft der Natur nutzen

Wer einmal gesehen hat, wie sich in manchen Regionen der Welt der Tidenhub extrem stark bemerkbar macht (z.B. an der Kanalküste nahe St. Malo – hier sind es zu „normalen Zeiten“ ca. 12 m, bei besonderen Anlässen, wie beispielsweise der „Jahrhundertflut“ nach der partiellen Sonnenfinsternis im März 2015),

Sturm am Strand

Foto: pixabay / CC0

und mit welcher Geschwindigkeit das auflaufende Wasser an die Küste heranspült, kann sich sicherlich vorstellen, welche Energie in diesen bewegten Wassermassen steckt. Seit vielen Jahren arbeiten Techniker und Ingenieure daran, diese Energie nutzbar zu machen. So sind in verschiedenen Regionen der Erde bereits unterschiedliche Gezeitenkraftwerke errichtet worden und in Betrieb.

Neue riesige Gezeitenkraftwerke an Englands Westküste in der Planung

Nun hat das britische Unternehmen Tidal Lagoon Power (TLP) einen weiteren Plan präsentiert, um aus dem Wechsel der Gezeiten elektrischen Strom zu gewinnen: das Unternehmen plant insgesamt 6 gigantische Gezeitenkraftwerke an der Westküste Großbritanniens. Dazu soll eine künstliche Lagune geschaffen werden – ein Becken, das von einer Mole umschlossen wird. Die Flut drückt Wasser in die künstliche Lagune, bei Ebbe strömt es wieder hinaus. Dabei treibt es jeweils die Turbinen an. Um genug Druck zu erzeugen, werden Fluttore geschlossen und erst geöffnet, wenn der Pegelunterschied auf beiden Seiten der Mauer groß genug ist. Das Funktionsprinzip eines solchen Kraftwerks wird in dem folgenden Video-Link erläutert (Text in Englisch):

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(Video: YouTube / Standard-YouTube-Lizenz, © crazy world)

Die Ausmaße dieses ersten geplanten Projektes sind gewaltig: Die Mole soll über 3 km weit ins Meer ragen, sie wird insgesamt etwa 9 Kilometer lang. Das Turbinenhaus soll 550 Meter groß werden. Darin werden 26 Turbinen mit einem Durchmesser von 6 Meter eingelassen. Wie bei früheren Projekten von Gezeitenkraftwerken sind die Investitionskosten gewaltig: umgerechnet knapp 1,4 Milliarden Euro soll das Bauwerk kosten. Die Planungen für das Projekt sind weitestgehend abgeschlossen, im Juni 2015 wird über den Bau entschieden. Wird die Genehmigung zum Bau erteilt, soll das Kraftwerk 2018 in Betrieb gehen und ab 2019 dann ca. 155.000 Haushalte mit Strom versorgen – in der Leistung vergleichbar mit kleinen Kohlemeilern. Gehen alle Kraftwerke wie geplant ans Netz, könnten sie acht Prozent des britischen Strombearfs decken.

Gezeiten verlässlicher als Wind und Sonne

Die Vorteile eines solchen Kraftwerks liegen in der Verlässlichkeit des Gezeitenwechsels: alle 6 Stunden wechseln Ebbe und Flut, ein solches Kraftwerk kann daher ca. 14 Stunden am Tag in Betrieb sein. Und im Gegensatz zu Solarenergie und Windkraft stört es bei der Stromerzeugung aus dem Gezeitenwechsel auch nicht, wenn der Wind einmal nicht kräftig weht – oder die Sonne, bei bedecktem Himmel oder in der Nacht, nicht scheint …

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