06 Jun 2017

Hygiene in Kühltürmen, Rückkühlwerken und Nass-Klimaanlagen

Am 02.06.2017 wurde die neue 42. BImSchV durch den Bundesrat genehmigt. Diese wird maßgeblich zur Verbesserung der Hygienesituation in Kühlkreisläufen beitragen.

06 Jun 2017

Seit 01.01.2015 gilt die neue VDI 2047-2, mit der die technischen Grundlagen zur Hygiene in Rückkühlwerken neu geregelt werden und die die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ (a.a.R.d.T.) in diesem Bereich auf einen neuen Stand bringt. Erklärtes Ziel dieser Verordnung ist es, die Verkeimung offener Kühlkreisläufe in Industrie- und Gewerbebetrieben, größeren Bürogebäuden und ähnlichen Einrichtungen, die sogenannte „Nass-Rückkühlwerke“ betreiben, und die daraus ggf. austretenden bakteriell belasteten Aeorosole zu vermeiden.

Diese bakteriell belasteten Aerosole stellen eine erheblich Gesundheitsgefahr für die Mitarbeiter in entsprechenden Betrieben und Anlagen dar – aber auch für Passanten, die zu ungünstigen Wettersituationen in der mittelbaren oder unmittelbaren Nähe an dem Gelände und den austretenden Aerosolen vorbeikommen – wie die Vorgänge in Bremen im Frühjahr 2016 gezeigt haben. Denn leider war dieser Vorfall kein Einzelfall, sondern einer von vielen in einer Reihe ähnlicher, für die Betroffenen und ihre Angehörigen tragisch ausgegangener „Betriebsunfälle“ der Art „zur falschen Zeit am falschen Ort“.

Die Gefahr des Einatmens eines mikrobiell, z.B. mit einer hohen Konzentration an Legionellen, belasteten Aerosols einzuatmen, gleicht der Gefahr, ein solches Aerosol beim Duschen einzuatmen – wenn das Trinkwasser mit Legionellen belastet ist:

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Um solche Gefährdungen künftig bei der Emission von Industrie- und Gewerbebetrieben sicher auszuschließen, hat der Gesetzgeber nun die 42. Aktualisierung / Novelle der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) beschlossen; als letzte Instanz hat der Bundesrat in seiner Sitzung am 02.06.2017 die vorgelegte Novelle ratifiziert.

 

Schutz vor Legionellen: Bundesrat stimmt 42. BImSchV zu | EUWID Wasser und Abwasser Der Bundesrat hat heute der Verdunstungskühlanlagen-Verordnung – 42. BImSchV – zugestimmt.Der Bundesrat hat heute der Verdunstungskühlanlagen-Verordnung – 42. BImSchV – zugestimmt.

 

Der in diesem Themenbereich federführende Umweltausschuss, wie auch der Arbeitsausschuss, der Gesundheitsausschuss sowie der Wirtschaftsausschuss hatten dem Bundesrat empfohlen, den vorgeschlagenen Änderungen und Anpassungen in der vorgelegten Form zuzustimmen. Wie nicht anders zu erwarten wurde die Vorlage in den beteiligten Ausschüssen des Bundesrates teilweise kontrovers diskutiert; dies hat sich nun nicht nur in gegensätzlichen Empfehlungen, sondern auch in Widersprüchen gegen Empfehlungen des Wirtschaftsausschusses niedergeschlagen.

Insbesondere sollen auf Empfehlung des Wirtschaftsausschusses kleinere Nassabscheider vom Anwendungsbereich der Verordnung ausgenommen werden, da hier nicht von nennenswerten Gefährdungen auszugehen sei (Drucksache 242/1/17). Die Mitglieder des Umweltausschusses stimmten dieser Einschränkung nicht zu, da es bisher keine gesicherten Erkenntnisse über das fehlende Gefährdungspotenzial solcher Anlagen gebe – und solche Anlagen dementsprechend im Anwendungsbereich der Verordnung verbleiben müssten.

Wie wichtig und ernst dieser Schritt zu nehmen ist, in dessen Folge nun auch zügig eine geographische Übersicht aller in Betrieb befindlichen Rückkühlwerke erstellt werden soll, kann man an der für die Aufsichtsbehörden völlig unzureichenden Situation bei der Kontrolle solcher anlagen am Beispiel des Legionellvorfalls in Bremen im Frühjahr 2016 ablesen:

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Es bleibt zu hoffen, dass mit der Novellierung der 42. BImschV solche Situationen bald der Vergangenheit angehören, und die Bürger wie auch die Mitarbeiter in Betrieben mit entsprechenden Nass-Rückkühlwerken sicher geschützt werden können.

Sicher bedarf es für eine umfassende Umsetzung aller beschlossenen Schritte noch zahlreicher technischer Detailmaßnahmen; schließlich fallen bundesweit 30.000 bis 50.000 Kühlanlagen unter die neue Überwachungspflicht der 42. BImSchV, deren Betreiber nun mikrobiologische Gutachten und regelmäßige Prüfungen durch zugelassene Labore und Sachverständige benötigen. Doch der erste wichtige Schritt zur Verbesserung der Hygiene- und Gesundheitssituation in entsprechenden Kühlkreisläufen ist mit der Genehmigung der neuen Verordnung durch alle gesetzgebenden Instanzen und einer damit in Kraft getretenen mikrobiologischen Prüfung der Anlagen mindestens alle drei Monate durch spezialisierte Labore nun getan.

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