05 Mai 2015

Metallrecycling: Textile „Fänger“ für Wertmetalle aus Industrieabwässern

Mit Hilfe des textilen Absorbermaterials Polyvinylamin lassen sich Wertmetalle aus Abwässern zurückgewinnen. Das Verfahren steht kurz vor dem industriellen Durchbruch und wurde bereits mit dem Rohstoffeffizienzpreis ausgezeichnet

05 Mai 2015

Die Rückgewinnung von Wertmetallen aus Abfällen, Elektronikschrott und Industrieabwässern ist als Metallrecycling bereits seit vielen Jahren ein wichtiges Thema (Stichwort „Seltene Erden“ und die sich für Schlüsselprodukte ergebenden Engpässe).

Unsortierter Sammelschrott

Unsortierter Sammelschrott
Foto: Stefan Kühn / GNU Free Documentation License

Auch Edelmetalle wie Palladium, Gold, Silber und Platin sind als Wertmetalle zu selten und in ihrer klassischen Gewinnung zu teuer, als das man auf ihre Rückgewinnung mit einem geeigneten Recycling-Verfahren verzichten könnte. Nun gelang durch Einsatz eines neuartigen Textils auch die Rückgewinnung von Wertmetallen aus Abwässern, die in diesen nur in sehr geringer Konzentration gelöst sind.

Neuartiges Metallrecycling zur Rückgewinnung von Wertmetallen aus Industrieabwässern hat große wirtschaftliche Bedeutung

Dieses neuartige Metallrecycling-Verfahren hat große wirtschaftliche Bedeutung: sollte es auf diesem Wege gelingen, die in sehr niedriger Konzentration vorliegenden Metalle ohne hohen Energieaufwand und ohne weitere chemische Zusätze „aufzukonzentrieren“, so eröffnet sich damit ein sehr lukrativer Weg, in dem rohstoffabhängigen und auf Kreislaufwirtschaft ausgerichteten Industriestandort Deutschland auf wichtige Rohstoffe und Ressourcen zuzugreifen und mögliche Engpässe in der Rohstoffversorgung zu umgehen. So verwundert es nicht, dass das Bundeswirtschaftsministerium für diese neue Technologie der Rohstoffeffizienzpreis 2014 in der Kategorie Forschungseinrichtungen an das DTNW und das kooperierende Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) in Duisburg vergeben hat.

Außerdem empfiehlt sich das am Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH (DTNW) in Krefeld entwickelte Verfahren, das inzwischen zum EU-Patent angemeldet wurde, für die Dekontamination und Reinigung von Schwermetall-belastetem Grundwasser und belasteten Böden. Eine kurze Zusammenfassung des Verfahrens, das als Finalist für den Otto von Guericke-Preis 2014 ausgelobt ist, findet sich z.B. bei auf der Web-Site des AIF-Forschungsnetzwerks Mittelstand.

Neue Absatzmöglichkeiten und Vermarktungschancen für KMUs aus der Textilindustrie

Schmelzofen Metallverhüttung

Foto: Giesserei Heunisch / public domain

Bei dem Verfahren wird das im Rahmen der IGF-Vorlaufforschung eingesetzte preiswerte „Fänger“-Material Polyvinylamin durch gängige Verfahren der Textilausrüstung einfach und im industriellen Maßstab mit einem textilen Träger aus Polyester kombiniert werden. Dabei entstehen textile Substrate mit außerordentlich hohen Polyvinylamin-Auflagen zwischen 20 und 30 Gewichtsprozenten. In einer Beispielanwendung zeigte dieses neuartige Absorbermaterial bei der Filtration von Palladium-haltigem Abwassers aus der Leiterplattenindustrie seine Leistungsfähigkeit: So konnten bis zu 20 mg Palladium je Gramm Textil gebunden werden. In einem nachfolgenden Schritt der Verhüttung wird das reine Edelmetall zurückgewonnen. Die Ergebnisse des Projektes ermöglichen zum Beispiel klein- und mittelständischen Unternehmen der Textilindustrie, mit geringem Aufwand ein hochgradig innovatives textiles Spezialprodukt für die Rückgewinnung von Edelmetallen aus industriellen Reststoffströmen herzustellen – und dieses hochwertige Produkt dann entsprechend zu vermarkten. Neben der Galvano- und Schmuckindustrie könnte das Verfahren nach weiteren Ausbaustufen auch bei der Aufbereitung von Elektronikschrott und Autokatalysatoren Anwendung finden.

Für weitere Fragen rund um die Themenbereiche der vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft wie Trinkwasserqualität und -hygiene, Prozesswasseraufbereitung, Hygiene und Desinfektion sowie passiven Wärmeschutz von Gebäuden schauen Sie sich gerne die Beiträge auf meiner Web-Site an und nutzen Sie das Kontaktformular der Web-Site für Ihre spezielle Anfrage.

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