10 Feb 2015

Neuer Bakterien-Schnelltest für Bier, Milch und andere Getränke entwickelt

Qualitätskontrollen in Herstellung und Abfüllung von Getränken können per Schnelltest vereinfacht werden

10 Feb 2015
Weißbierglas

Foto: pixabay / CC0 Public Domain

Um eine hohe Qualität ihres Produktes Bier zu garantieren, überwachen Brauereien den Produktionsprozess sehr genau. Bier ist im Hinblick auf bakterielle Verunreinigungen ein besonders sensibles Getränk: bereits geringfügige bakterielle Verunreinigungen können den Genuss erheblich verschlechern, indem sie, bei entsprechender Vermehrung in dem Getränk, zu merklichen Geschmacks- und Geruchsveränderungen sowie einer merklichen Reduzierung der Lagerzeit führen können.

 

 

Und die Vermehungsbedingungen in dieser Umgebung für unerwünschte Bakterien sind gut: die Temperatur im Brauprozess ist in der Regel ideal für die Vermehrung unerwünschter Erreger, das Nahrungsangebot (z.B. in Form von Stärke und Abbauprodukten daraus) ist gut, und Wasser, das Lebenselement der Bakterien und Keime, ist natürlich auch in großer Menge vorhanden.

Klassische bakterielle Prüfung von Getränken sehr zeitaufwendig

Dabei ist die bakterielle und hygienische Prüfung von Lebensmitteln, Flüssigprodukten und  Getränken im Grunde relativ aufwendig. Da unerwünschte Bakterien und Keime, wennn überhaupt, aufgrund der in der Regel vorgeschalteten Reinigungs- und Qualitätssicherungsprozesse nur in geringer Menge vorhanden sind, müssen diese geringen Konzentrationen für einen sicheren mikrobiologischen Nachweis in zeitaufwendigen Konzentrationsprozessen aufbereitet und konzentriert werden. Das geschieht heute in der Regel mit Membranverfahren, die aufgrund ihrer speziellen Porengöße und -eigenschaften die Erreger zurückhalten und auf der Membranoberfläche anreichern. Es braucht aber mit diesen Filtrationsverfahren und den nachgeschalteten klassischen mikrobiologischen Untersuchungsmethoden fünf bis sieben Tage Untersuchungszeit, um Getränkeschädlinge nachzuweisen. Nach Ablauf dieser Zeitspanne ist aber in der Regel das Produkt bereits abgefüllt und eingelagert, im ungünstigsten Fall vielleicht auch schon teilweise im Verkauf. Man kann sich leicht vorstellen, dass eine nachträgliche Qualitätsmaßnahme damit sehr zeit- und kostenaufwendig werden kann.

Polymerpulver konzentriert Bakterien auf seiner Oberfläche

IAP, Bier-Milch-und-Co im Bakterien Schnelltest

Foto: © Fraunhofer IAP

Das Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) der Fraunhofer-Gesellschaft stellt nun ein neues Verfahren vor, mit dem der Zeitaufwand zur Sammlung und Aufkonzentrierung der Erreger erheblich reduziert werden kann: setzt man das vom IAP entwickelte Polymerpulver dem zu untersuchenden Getränk, wie z.B. Bier, zu, lagern sich die Bakterien aufgrund ihrer Oberflächenstruktur und ihrer chemischen Oberflächeneigenschaften in hoher Zahl an den 100 bis 200 Mikrometer großen Partikeln an – eine Aufkonzentrierung der Bakterienkulturen kann somit entfallen. Die Polymerpartikel werden anschließend entfernt, die bakterielle Beladung wird abgetrennt und kann nun untersucht werden.

Neues Verfahren auch anwendbar für Fruchtsäfte, Milch und Rotwein

Der große Vorteil des neuen Verfahrens ist darüber hinaus, dass mit dieser neuen Methode auch Getränke untersucht werden können, bei denen die heute üblichen Membranfiltrationsverfahren nicht anwendbar sind, beispielwesie weil durch die Membranfiltration auch wichtige Bestandteile und Inhaltsstoffe des Getränks mit abgetrennt werden und damit zu einer schnellen Verstopfung der Filter führen. Damit ist dieses Verfahren auch anwendbar für Fruchtsäfte, Milch und Rotwein.

Schließlich wird mit dem neuen Verfahren auch die Prüfung größerer Produktmengen möglich, so dass auch sehr geringe bakterielle Verunreinigungen erfasst werden können. Nachdem das Verfahren technisch soweit geprüft und in größerem Maßstab getestet wurde, steigt das IAP nun in die Vermarktung des Verfahrens ein. Die eigens für das Vorhaben gegründete Firma GEN-IAL betreibt bereits eine Pilotanlage für das Verfahren und plant den Marktstart für Verfahren und Verkauf des Polymerpulvers für das Frühjar 2015. (Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft).

Für weitere Fragen rund um die Themenbereiche Trinkwasserqualität und -hygiene, Prozesswasseraufbereitung, Hygiene und Desinfektion sowie passiven Wärmeschutz von Gebäuden schauen Sie sich gerne die Beiträge auf meiner Web-Site an und nutzen Sie das Kontaktformular der Web-Site für eine spezifische Anfrage.

Gefallen Ihnen die Themen dieser Web-Site und meine Blog-Beiträge?
Dann teilen Sie sie gerne in Ihrem Netzwerk per Facebook, Twitter oder Google+.
Um keinen Beitrag zu verpassen, können Sie die News auch als RSS-Feed abonnieren:
https://drbrueck.de/feed/rss/

 

Kommentar hinterlassen
Weitere Beiträge
Kommentare
Kommentar

Kommentar verfassen

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.
blogwolke.de - Das Blog-Verzeichnis
%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu, Diese sind für den Betrieb dieser Seite notwendig. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen