23 Aug 2016

Sauberes Leitungswasser durch Impuls-Spülverfahren

Die mechanische Reinigung einer Trinkwasserinstallation mit dem Comprex© Wasser-Luft-Impuls-Spülverfahren kann den Einsatz von Chemikalien für eine Desinfektion erheblich reduzieren – oder sogar ganz überflüssig machen

23 Aug 2016

Stellt man bei einer Prüfung der Trinkwasserqualität fest, dass das Leitungswasser in der Trinkwasserinstallation eines Gebäudes bakteriell belastet ist („Legionellentest“), ist oft ein abgelagerter Biofilm im Rohrleitungsnetz die Ursache. In diesem haben die Mikroorganismen sich eingenistet und eine „Heimat“ gefunden. Um die Mikroorganismen nachhaltig aus dem Trinkwasser zu entfernen und die gewünschte Wasserqualität wieder herzustellen, muss man sich daher zunächst mit diesem Biofilm befassen. Bevor man hier mit starken Chemikalien für eine chemische Desinfektion zu Werke geht, sollte man zunächst versuchen, den Belag im Rohrleitungssystem durch eine mechanische Reinigung weitestgehend zu entfernen.

Verkeimtes Leitungswasser – Biofilm oft die Ursache

Schmutziges Geschirr

Foto: Pixabay / CC0, Public Domain

Wer schon einmal versucht hat, stark verschmutztes, verkrustetes Geschirr und Besteck durch klassisches Spülen per Hand in einem Spülbecken wieder zu reinigen, wird gemerkt haben, wieviel Spülmittel man braucht, um all den Schmutz einzuweichen, zu emulgieren und abzuspülen. Ganz ähnlich verhält es sich im Grunde mit einem abgelagerten Biofilm in einer Trinkwasserleitung. In diesem Film leben Millionen von Mikroorganismen, lagern sich schichtweise ab und bilden oft eine sehr stabile „organische Matrix“ an der Rohrwandung.

Biofilm: hartnäckiger Widerstand gegen Chemikalien

Wer nun glaubt, dem Problem mit einem starken „Chemie-Cocktail“ zu Leibe rücken zu können, wird sehr oft frustriert feststellen, dass das Ergebnis der chemischen Desinfektion bei weitem unbefriedigender ausfällt als nach der Menge und der Aggressivität der Chemikalien zu vermuten ist (so, wie eben beim Spülen von stark verschmutztem Geschirr). Das hat häufig damit zu tun, dass die aggressiven Chemikalien nur die oberen Schichten des Biofilms angreifen und ablösen können; die vorhandene organische Schicht ist oft so dicht, dass trotz längeren Stehens der Chemikalien kaum eine Durchdringung in die tieferen Schichten stattfindet. Bei hoher Wasserhärte werden außerdem häufig auch noch Kalk und andere Härtebildner mit eingelagert. So wird häufig bei einer chemischen Behandlung nur die oberste Schicht des Biofilms „angekratzt. Daher spricht man bei der Entfernung von Biofilmen sogar von sogenannten „Opferschichten“, denn die oberen, weniger fest eingebundenen Mikroorganismen, die während der chemischen Desinfektion abgebaut werden und mit den eingesetzten Chemikalien abreagieren, verbrauchen große Mengen an Chemikalien und damit die tiefer liegenden organischen Schichten schützen.

Festhaftenden Schmutz entfernen spart Reinigungsmittel

Welche Maßnahmen ergreift nun der erfahrene „Geschirrspüler“? – richtig, er wird zunächst die Verkrustungen und Anbackungen mechanisch entfernen / abkratzen. Dadurch reduziert sich die Menge an erforderlichem Spülmittel erheblich und man gelangt schnell an die eigentlich zu reinigende Oberfläche. Ganz ähnlich arbeitet das Impuls-Spül-Verfahren der Fa. Hammann GmbH („Comprex©-Technologie“).

Das Funktionsprinzip ist einfach: in einem definierten Rohrleitungsabschnitt (z.B. zwischen zwei Schiebern), fließt zunächst Wasser in langsamer, laminarer Strömung zur Austrittstelle. In das vorhandene Wasser wird nun über die Einspeisestelle impulsweise gefilterte Luft eingeführt. So bilden sich Pakete aus abwechselnden Luft- und Wasserblöcken, die mit hoher Geschwindigkeit von 10 bis 20 m/s den Rohrleitungsabschnitt durchströmen.

Leitungswasser reinigen - Comprex Impuls-Spülverfahren schematisch

Comprex© Impuls-Spülverfahren, Foto: mit freundlicher Genehmigung der Fa. Hammann GmbH

Diese hoch beschleunigten Pakete erzeugen enorme Turbulenzen mit starken Scher- und Schleppkräften, wodurch die Ablagerungen mobilisiert, von der Wandung abgelöst und ausgetragen werden. Am Austrittsende wird das Wasser-Luft-Gemisch mit den abgelösten Ablagerungen aufgefangen und die Feststoffe abgetrennt.

In dem hier zu sehenden Video ist die Wirkungsweise und das Funktionsprinzip des Comprex-Impuls-Spülverfahrens sehr anschaulich zu sehen:

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Mechanische Luft-Wasser-Impuls-Spülung für fast alle Trinkwassernetze geeignet

Da die bewegten Massen nur sehr klein sind, treten in aller Regel keine hohen mechanischen Belastungen an den zu reinigenden Trinkwasserinstallationen auf, so dass es nur selten zu Beschädigungen kommt; bei eventuellen Druckstößen wirken die Luftblöcke wie Airbags, denn Luft ist einfach komprimierbar (nur „altersschwache“ Bauteile sind in Ausnahmefällen ab und an den Spülbelastungen nicht gewachsen). Diese Technik ist für fast alle gängigen Rohrquerschnitte geeignet und führt zu einer Beseitigung von Schmutzanhaftungen bis zu 90 %. Damit reduziert sich die Menge an Chemikalien für eine ggf. nachzuschaltenden chemische Rohrreinigung bzw. chemische Desinfektion des Rohrleitungsnetzes erheblich, mit entsprechenden Vorteilen für das Budget des Auftraggebers wie auch für die Umwelt (-> Entsorgung der Spülflüssigkeiten). Also ein „chemiefreier“, mechanischer Weg, die Rohrleitungen so weit von anhaftendem Schmutz zu befreien, dass am Ende oft bereits ohne weitere chemische Desinfektion qualitativ hochwertiges Leitungswasser erreicht wird.

Impuls-Spülverfahren hat viele Vorteile

Die Vorteile des Comprex© Impuls-Spülverfahrens liegen auf der Hand:

  • ausgezeichnetes Kosten-Nutzen-Verhältnis
  • geringe Stillstandszeiten
  • geringer Wasserbedarf und Spülwasseranfall
  • keine Eintrübungen und Druckabfälle im vorgeschalteten Netz
  • Aufrechterhalten der Wasserversorgung außerhalb des Spülabschnittes

Alles in allem eine interessante und bereits seit vielen Jahren bewährte Möglichkeit, die Ursachen für verschmutztes und verkeimtes Leitungswasser in einem Gebäude weitestgehend zu beseitigen und den Aufwand für eine ggf. nachträglich doch noch erforderliche chemische Desinfektion zu reduzieren.

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Blog-Beiträge Dr. Matthias Brück

 
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