16 Feb 2016

Schimmelbeseitigung: neue Technologie für ein altes Problem

Neuartiges Verfahren zur Schimmelsanierung verspricht langfristigen Sanierungserfolg

16 Feb 2016

Vollständige Schimmelbeseitigung ist eine unmögliche Aufgabe: Schimmelpilze begegnen uns täglich in unserer Umwelt – bislang wurden bereits rund 100.000 verschiedene Arten beschrieben, weltweit sollen bis zu 250.000 Arten vorkommen. Daher sind auch ihre Sporen fast überall zu finden, also auch in Innenräumen. Normalerweise sind diese Sporen harmlos. Aber wenn die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß übersteigt, kann es zu gesundheitlichen Problemen für die Bewohner kommen und eine Schimmelbeseitigung wird erforderlich. Nach aktuellen Zahlen lebt in Deutschland fast jeder sechste Bewohner in einer Wohnung mit Schimmelbefall.

Was ist Schimmel – und wie erkennt man ihn?

Schimmel im Haus, typ. Schimmelpilzkolonie

Schimmel im Haus, typ. Schimmelpilzkolonie,
Foto: UBA-Broschüre „Schimmel im Haus – Ursachen, Wirkungen, Abhilfe“

„Schimmelpilze“ ist ein Sammelbegriff für Pilze, die typische Pilzfäden und Sporen ausbilden können. Schimmelpilze bilden in ihrer Wachstumsphase Zellfäden. Diese sind meist farblos, so dass der Schimmelpilz in dieser Phase normalerweise mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist. Zur Vermehrung und Verbreitung bilden Schimmelpilze „Sporen“. Diese sind oft gefärbt, so dass der Schimmelpilzbefall in diesem Stadium dann auch mit bloßem Auge (zum Beispiel als schwarze oder gelbe Schimmelpilzflecken) erkennbar ist.

Schimmelsporen werden auch in die Raumluft abgegeben (z.B. bei mechanischer Belastung wie dem Abreiben), sind dort aber nur schwer zu erkennen.

Schimmelbefall – kein Thema für trockene Räume

Schimmelpilze benötigen zum Wachsen viel Feuchtigkeit. Daher sollte man sich vor einer Schimmelbeseitigung mit der Ursache eines Schimmelbefalls, nämlich der erhöhten Feuchte innerhalb von Gebäuden, befassen. Ursachen dafür können sein:

  1. direkter Eintrag von Feuchtigkeit,  z. B. über: defekte Dächer (insbesondere Flachdächer), Dachrinnen und Fallrohre; Risse in Mauerwerk und / oder Fassade; ungenügendes Austrocknen nach Baumaßnahmen (oder z.B. bei Neubaubezug); Wassereintritt infolge von Rohrbrüchen, Überschwemmungen etc.
  2. unzureichende Abfuhr erhöhter Raumluftfeuchte durch: unsachgemäßes Heizen und Lüften, insbesondere in „luftdichten“ Gebäuden (hier sind insbesondere Passivhäuser mit entsprechenden Lüftungsanlagen ein Problem).
  3. Kondensation (Tauwasserbildung) von Luftfeuchte im Bereich von „kalten“ Wänden; dies ist in der Regel die dem Wetter zugewandte Außenwand (bzw. bei Eckwohnungen ggf. mehrere Außenwände), da sich hier eine unzureichende oder falsch verarbeitete Wärmedämmung als Schadensursache als erstes zeigt. Natürlich führen Baufehler wie Wärmebrücken in Neu- und Altbauten ebenfalls zur Wasserdampfkondensation entlang der Bauschadensbereiche.

Schimmelsanierung – zunächst Ursachen für erhöhte Feuchte ermitteln und beseitigen

Hat man die Ursache(n) ermittelt und mit entsprechenden Maßnahmen abgestellt, geht es an die Sanierung des bestehenden Schadens bzw. Befalls. Dabei sollte man sorgfältig vorgehen, denn die Schimmelsporen, die sich bei der Sanierung von der befallenen Fläche lösen und in die Raumluft gelangen, können den „Sanierer“ genauso schädigen wie die Bewohner – Schimmel kann zu Lungenschäden und / oder chronischen Allergien führen, und in befallenen Wohnungen auch den gefürchteten Hausschwamm auslösen, der bei ausreichend langer Einwirkzeit das Mauerwerk regelrecht zerfressen kann. Den Schimmel einfach überpinseln mit den in jedem Baumarkt für wenig Geld erhältlichen Mitteln, ist meistens keine wirkliche Lösung. Häufig genug wird der Schimmelbefall zwar durch die z.B. enthaltenen, oxidierenden Inhaltsstoffe „entfärbt“ und erscheint daher nicht mehr als gelber oder schwarzer Fleck, aber die Sporen sind meist noch aktiv und lebensfähig – und bleiben daher weiter problematisch für die Gesundheit.

Schimmelwachstum auf Wandfarbe

Schimmelwachstum: links auf einer herkömmlichen Kalkfarbe, rechts Wirkung von Keimfrei Coating,
Foto: Keimfrei

Neben ausreichend Feuchtigkeit braucht der Schimmelpilz ein ausreichendes Nahrungsangebot. Dieses ist in vielen unserer Wohnungen gegeben, wenn der Schimmel z.B. auf einer Tapete auftritt: die Tapete (z.B. Raufaser) besteht in der Regel aus Zellstoff bzw. Cellulose – einem idealen Nährmedium für Pilze wie Schimmel. Zusätzlich wird die Tapete mit Tapetenkleister auf der Wand fixiert; Tapetenkleister ist ebenfalls ein Cellulosederivat und damit die zweite Nährstoffbasis für den Schimmel. Auch viele Farben und Anstrichstoffe enthalten Bindemittel, die dem Schimmel als Nahrung dienen können.

Nachhaltige Schimmelbeseitigung dem Fachbetrieb überlassen

Eine fachgerechte und nachhaltige Schimmelsanierung sollte daher einem Fachbetrieb überlassen werden. In aller Regel beginnt die Sanierung mit der Beseitigung der „Nährstoffbasis“: die Tapete an der befallenen Stelle wird großflächig entfernt (am besten an der ganzen Wand) und die Fläche mit geeigneten Maßnahmen getrocknet und gereinigt. Anschließend beginnt die Nachbehandlung mit dem Ziel, einen erneuten Schimmelbefall langfristig zu verhindern.

Schimmelbeseitigung: Wirkungsmechanismus Polymer

Wirkungsmechanismus Keimfrei Coating,
mit freundlicher Genehmigung © Keimfrei

Hierzu hat ein österreichisches Unternehmen eine innovative, umweltfreundliche und nachhaltige Sanierungsmethode entwickelt: nach Trocknung und Reinigung der Wandfläche wird eine spezielle Oberflächenbeschichtung aufgebracht. Diese erfüllt zwei Funktionen: 1. die mikroporige Oberfläche sorgt dafür, dass Kondensat-Niederschlag aus der Raumluft sich auf dieser Oberfläche nicht mehr zu Tropfen sammeln kann, sondern sehr schnell wieder in die Raumluft abgegeben wird,

Schimmelbeseitigung: Elektronenmikroskop. Aufnahme v. Aspergillus

Elektronenmikroskop. Aufnahme v. Aspergillus,
mit freundlicher Genehmigung © Keimfrei

2. enthält die Beschichtung einen Wirkstoff, der mittels elektrostatischer Wirkung die Zellen der Schimmelsporen aufbricht und damit zerstört – eine weitere Vermehrung der Schimmelsporen wird damit wirkungsvoll verhindert.

Zum Abschluss einer Wandsanierung werden schließlich noch die in der Raumluft vorhandenen Schimmelsporen über eine Vernebelung des Produktes mit mikrofeinen Tröpfchen niedergeschlagen und auch hierbei die Zellen des Schimmels zerstört. Hat sich der Nebel nach ca. 1 Stunde am Boden niedergeschlagen, wird der Niederschlag mit Staubsauger oder Kehrblech entsorgt.

Neuartiger Wirkstoff zerstört Zellmembran von Schimmelsporen

Dabei ist dieser spezielle Wirkstoff für Menschen, Haustiere und die Umwelt völlig ungefährlich, nicht kennzeichnungspflichtig und kann daher ohne Arbeitsschutzmaßnahmen verarbeitet werden. Auch Transport, Lagerung und Entsorgung des Materials sind so kein Problem mehr.

Mit dieser Technologie und dem neuartigen, in Eigenentwicklung hergestellten und in der Wirksamkeit vielfach getesteten Wirkstoff hat das Unternehmen einen neuen, wirkungsvollen Weg zu einer nachhaltigen und dauerhaften Schimmelbeseitigung und -sanierung ohne Schadwirkungen für die Bewohner befallener Wohnungen aufgezeigt.

Wenn Sie prüfen wollen, ob in Ihrer Wohnung auch ein Schimmelbefall vorliegt, der sich in der Regel durch das Vorhandensein von Schimmelsporen in der Raumluft zeigt, können Sie hier einen Schnelltest zur Prüfung der Raumluft in Ihrer Wohnung bestellen.

Wenn Sie Fragen zur Raumlufthygiene haben, nutzen Sie unsere Sach- und Fachkompetenz als Technische Beratung in allen Bereichen der Hygiene und Gesundheit in unserer Umwelt. Als Kompetenznetzwerk mit einem breiten Erfahrungsschatz bieten wir Ihnen praxisnahe Hilfestellungen und sinnvolle und bezahlbare Lösungen zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Hygiene in Ihrer Raumluft und Ihrem Trinkwasser. Gerne beraten wir Sie in einem ersten Gespräch kostenfrei und unverbindlich; nutzen Sie für Ihre Anfrage das Kontaktformular der Web-Site!

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Blog-Beiträge Dr. Matthias Brück

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