17 Mai 2016

Smart Metering: Intelligente Zähler in der Wohnungswirtschaft

Mit Smart Metering können genaue Verbrauchsmengen, z.B. beim Trinkwasser, zu jedem beliebigen Zeitpunkt abgelesen werden – kein Streit mehr in der Jahresabrechnung!

17 Mai 2016

Smart Metering in der Wohnungswirtschaft – Ende des Streits um Zählerstände?

Jeder Mieter und Hausbesitzer kennt sie: die Wasseruhr, die, regelmäßig geeicht und kalibriert, unbeirrbar bei jedem Öffnen des Wasserhahns anläuft und, von allem unbeeindruckt, jeden Tropfen Wasser zählt, den man verbraucht – und jede Umdrehung des Zählerrads kostet Geld …

Wasserzähler – genaue Verbrauchsdaten für Jahresabrechnung erforderlich

So alt wie die Wasseruhr ist der immer wiederkehrende Streit um die Ablesung: in der Regel werden die Verbrauchskosten von Strom, Wasser und Gas für ein Kalenderjahr abgerechnet – und zwar auf Wunsch des Verbrauchers wie auch des Versorgers möglichst genau. Das aber setzt voraus, dass auch die Ablesung möglichst zeitnah zum Abrechnungszeitpunkt erfolgt; idealerweise also am 01. Januar oder am 31. Dezember eines Jahres. Man braucht wenig Phantasie, um sich vorzustellen, dass das bei mehreren Millionen Mietwohnungen und Eigentümerhaushalten in Deutschland in der Praxis nicht wirklich funktionieren kann.

Abschätzung von Verbrauchsmengen – Streit ist vorprogrammiert

Gängige Praxis ist daher, die Zählerstände zu einem „beliebigen Zeitpunkt“ im Jahr abzulesen und die tatsächlichen Verbräuche zum Stichtag auf der Basis der Durchschnittsverbräuche abzuschätzen. Das funktioniert mehr oder weniger gut, denn viele Miet- und Eigentumswohnungen werden im Hinblick auf Heizung, Wasser- und Stromverbrauch gar nicht so regelmäßig genutzt, dass das Arbeiten mit einem Mittelwert sinnvoll möglich wäre (längere Urlaubszeiten oder Zeiten beruflicher Abwesenheit, temporäre Nutzung als Zweitwohnung, Sommer- / Winterresidenz, …). Daher kommt es mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder zum Streit um die mehr oder weniger gut geschätzten Verbrauchszahlen.

Smart Metering: genaue Verbrauchsmengen zu jedem Zeitpunkt

Smart Metering beim Wasserzähler

Foto: kamstrup.com

Abhilfe können hier intelligente Zähler, sog. „Smart Metering Systeme“, schaffen. Diese Zähler bieten im Vergleich zu den bis heute vielfach üblichen, analogen Wasserzählern viele Vorteile, denn diese neuen Zähler können heute bereits weit mehr, als nur den Zählerstand zum Zeitpunkt des Ablesens anzuzeigen. So erlauben diese Zähler beispielsweise die Auswertung des Wasserverbrauchs zu jedem beliebigen Stichtag (bzw. Zeitpunkt); eine rückwärtsdatierte, tagesgenaue Ablesung ist damit leicht und einfach möglich. Und das beste daran: aufgrund der Möglichkeit einer integrierten elektronischen Fernabfrage muss auch kein Ableser mehr vor Ort den Zählerstand ablesen. Ging bisher der Ableser des Wasserversorgers Straße für Straße durch, klingelte bei allen betroffenen Haushalten und musste sich seinen Weg zum Wasserzähler im Gebäude suchen (und teilweise natürlich auch mehrfach zu verschiedenen Adressen gehen, wenn zum Zeitpunkt der Ablesung der Wohnungsbesitzer oder Mieter nicht zu Hause war), so kann er heute, zu Fuß, mit Auto oder Fahrrad durch die Straße gehen oder fahren und mit einem Arbeitsgang alle sendenden Zähler mehr oder weniger zeitgleich abfragen.

Smart Metering – Kostensenkungspotentiale in der Wasserversorgung

Das hat natürlich einerseits für die Versorger wie auch die mit der Abrechnung befassten Hausverwaltungen erhebliche Zeit- und Kostenvorteile, denn Mehrfachbearbeitungen lokaler Abnahmestellen bzw. Zähler entfallen damit. Für die Versorger eröffnet sich dadurch auch die Möglichkeit, Versorgungsmengen und -ströme besser und genauer zu planen, Pumpendimensionierungen und -auslastungen praxisgerecht anzupassen, Pumpenfahrpläne den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen, und, und, und … – alles in allem viele Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit in der lokalen Wasserversorgung erheblich zu verbessern.

Leckkontrolle und -warnung reduzieren Verbrauch und Wasserkosten

Undichter Wasserschlauch

Foto: pixabay / CC0

Daher sind auch die Wasserversorger mehr und mehr an einer Umstellung auf digitale Systeme, Smart Metering eben, interessiert. Neben der datumsgenauen Ablesung der Verbrauchsdaten bieten die modernen Systeme einen weiteren Vorteil: eine Druck- und Lecküberwachung informiert den Eigentümer und / oder Wasserversorger bei ungewöhnlichen Abnahmemengen und / oder -Abnahmezeiten über eine mögliche Leckage im Leitungssystem (Rohrbruch, geplatzter Schlauch, abgerissene Sicherungsschelle, …); wer als Mieter oder Hauseigentümer schon einmal staunend eine exorbitant hohe Wasserrechnung aufgrund einer Leckage, z.B. bei einem geplatzten Schlauch für die Gartenbewässerung, erhalten hat, wird diesen Zusatz-Service sicherlich nicht mehr missen wollen.

Zugriff auf Verbrauchsdaten per Handy, Tablet und PC möglich

Stellt der Versorger auf solche modernen System um, können Versorger wie auch Verbraucher jederzeit über Handy, Tablet oder PC auf die Informationen zu den Verbrauchsdaten zugreifen. Aufgrund der Lecküberwachung sollten sich so mittel- und langfristig auch die aufgrund des schlechten Zustands teilweise extrem hohen Wasserverluste in unseren Trinkwassernetzen reduzieren lassen (je nach Qualität, Alter und technischem Zustand können bis zu 25 % des Trinkwassers verloren gehen; ein solch schlechtes Beispiel ist London, das in Westeuropa eines der ältesten Trinkwassernetze hat; in Deutschland versickern im Schnitt ca. 7 % des eingespeisten Trinkwassers); denn „Dauerleckagen“ lassen sich auf diesem Wege leichter systematisch ermitteln.

Smart Metering: Modulare Wasserzaehler

Foto: kamstrup.com

Natürlich sind solche modernen Smart Metering Systeme nicht nur für die privaten Haushalte erhältlich, sondern auch für Gewerbe, Industrie und Handel, Wohnungswirtschaft, Öffentliche Hand sowie andere Großverbraucher. In der Regel arbeiten diese Smart Metering Systeme wartungsfrei, es wird keine eigenständige Energieversorgung am Betriebsort benötigt; damit ist beispielsweise auch kein Batteriewechsel vor Ort erforderlich. Auch modulare Systeme sind verfügbar, so dass Installationen kombinierter Systeme in großen Wohnanlagen, Kliniken und Krankenhäusern, größeren Pflegeeinrichtungen u.a. im Rahmen des technischen Gebäudemanagements und der vorhandenen Gebäudeleittechnik (GLT) eingebunden werden können.

Die technische Entwicklung solcher Smart Metering Systeme bewegt sich mit schnellen Schritten weiter, nicht nur in der Wasserversorgung sondern auch in der Strom – und Wärmeversorgung. Im Trinkwasserbereich hat die Europäische Union im Oktober 2012 das Forschungsprojekt „ICT Solutions for Efficient Water Resources Management (ICeWater)“ mit einer Laufzeit von drei Jahren ins Leben gerufen, um Ökologie und Ökonomie in der Wasserversorgung weiter zu verbessern.

Inzwischen bieten zahlreiche Unternehmen Smart Metering Systeme bereits an, so dass sowohl Verbraucher als Versorger bei einer gezielten Suche zahlreiche geeignete Modelle in Sachen Ausstattung, technischer Anbindung und Preis finden können. Für die Hersteller eröffnet sich damit ein lukrativer Zukunftsmarkt, in den auf der Basis von Angebot und Nachfrage sicherlich noch weitere technische Innovationen einfließen werden.

Bei allen Fragen zur Trinkwasserhygiene und Trinkwassernutzung im privaten wie auch beruflichen Umfeld nutzen Sie unsere Sach- und Fachkompetenz als Technische Beratung in allen Bereichen der Hygiene und Gesundheit in unserer Umwelt. Als Kompetenznetzwerk mit einem breiten Erfahrungsschatz bieten wir Ihnen praxisnahe Hilfestellungen und sinnvolle und bezahlbare Lösungen für alle Probleme rund um das Trinkwasser. Gerne beraten wir Sie in einem ersten Gespräch kostenfrei und unverbindlich; nutzen Sie für Ihre Anfrage das Kontaktformular der Web-Site!

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Blog-Beiträge Dr. Matthias Brück

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