18 Okt 2016

Trinkwasserhygiene in Gebäuden – Hygieneinspektion nutzen

Die Durchführung einer Hygieneinspektion verschafft dem Besitzer oder Verwalter einer Wohnimmobilie schnell einen Überblick über die Gebäudehygiene

18 Okt 2016
Mineralwasserflaschen

Foto: pixabay / CC0 Public Domain

Leitungswasser trinken oder besser Mineralwasser aus der Flasche? Eine Frage, die sich in Zeiten des „carbon-footprint“ viele ökologisch denkende Mitbürger stellen, hier ein Beispiel:

… In meiner Familie ist vergangene Woche folgende Frage aufgekommen:
Sollte man wg. dem besseren CO2-Fußabdruck (Reinigung der Flaschen, Gewicht, Transportwege,…) auf Leitungswasser als Trinkwasser umsteigen und ist das Leitungswasser von der Qualität her genauso gut wie Mineralwasser aus der Glasflasche?
Ich habe sogar gelesen, dass das Leitungswasser besser kontrolliert wäre, wie das Mineralwasser. Plastikflaschen sind für uns keine Option!
Vielleicht können Sie mir als Fachmann hierzu eine Hilfe geben. Besten Dank im Voraus und einen schönen Tag wünscht …

Leitungswasser oder Mineralwasser?

Wie ist das nun mit der Hygiene und der Qualität des Leitungswassers? – gut oder schlecht? Die Antwort auf die Frage ist gar nicht so einfach, und lautet in der Regel „sowohl als auch …“. Zur Erläuterung, warum die Antwort so schwierig ist, hier ein kleines „Erklär-Video“ zum Thema Trinkwasserhygiene:

Video: Pall Medical GmbH / YouTube

Also Fazit: unser Trinkwasser wird streng kontrolliert (häufiger und genauer als in vielen anderen Ländern der Welt, die uns teilweise um unsere „strenge Trinkwasserverordnung“ beneiden), aber die Probleme fangen meistens erst hinter dem Hausanschluss an.

Trinkwasserinstallationen – längere Stillstandszeiten vermeiden

Selbstspülende Duscharmatur

Foto: ©WimTec

Eine alte Grundregel in der Sanitärinstallation besagt „Wasser muss fließen, dann haben Keime keine Chance“, und diese Grundregel ist heute genauso so aktuell wie früher. Aber die Einhaltung der Regel ist nicht immer so einfach. Ein kurzer Wochenendausflug, bei dem 3 Tage lang kein Wasser in Ihrer Wohnung fließt, hat in der Regel keine Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität und -hygiene („72-Stunden-Regel“). Etwas anders sieht das schon bei einem 4-wöchigen Auslandstrip in die Karibik aus: nach einer solchen längeren Stillstandsperiode sollten Sie vor dem Duschen und Trinken des Leitungswassers schon einmal sicherheitshalber alle Leitungen gründlich durchspülen (ein solches „Stillstandsproblem“ kann man übrigens durch die Verwendung intelligenter, selbstspülender Armaturen vermeiden!).

Leerstehende Wohnungen oder Gästezimmer belasten die gesamte Trinkwasserinstallation

Ganz schwierig schaut es dann aus, wenn eine Wohnung (oder Hotelzimmer, Ferienwohnung, Wasseranschluss auf dem Campingplatz, …) mehrere Monate leersteht und kein Trinkwasser abgenommen wird. Ein großes Problem für Hotellerie und Gastgewerbe, aber auch mehr und mehr für die Wohnungswirtschaft und die Haus- und Immobilienverwaltung. Auch hier kommt es häufig vor, dass einzelne Wohnungen mehrere Monate leerstehen, weil sich nicht gleich ein Nachmieter findet oder der Bewohner als „Wintervogel“ in der kalten Jahreszeit in eine Zweitwohnung im Süden „flüchtet“. In einer solchen stillstehenden Trinkwasserinstallation können sich wasserliebende Bakterien (Pseudomonaden, Legionellen) schnell und ungebremst vermehren – und zum Problem für die restlichen Bewohner des Hauses werden; denn die im Wasser lebenden Bakterien sind nämlich sehr „wanderfreudig“ und verteilen sich schnell über das gesamte Rohrleitungsnetz der Trinkwasserinstallation.

Darüber hinaus können dauerhaft angeschlossene Gartenschläuche und weitere Hygienefehler eine Verkeimung des Trinkwassers im Hausleitungsnetz verursachen, das dann unter Umständen längst nicht mehr so sauber und fehlerfrei ist, wie es vom Wasserversorger geliefert wurde. Was also tun, um festzustellen, wie es um die Trinkwasserqualität in der Hausinstallation bestellt ist?

Hygieneinspektion als schneller Check-Up für die Trinkwasserinstallation

Hygieneinspektion zur Kontrolle der Trinkwasserinstallation

Foto: ©TEGEBA / C. Scheele GmbH

Wenn in Ihrem Gebäude noch keine orientierende Trinkwasserprüfung durchgeführt wurde (was eher ungewöhnlich sein sollte, denn diese ist für vermietete Immobilien seit der Novelle der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom Nov. 2011 alle 3 Jahre verpflichtend …), oder wenn Sie sich ohne Risiko eines „unangenehmen Hygienebefunds“ einen Überblick über die Situation in Ihrem Gebäude verschaffen wollen, lassen Sie am besten einen einfachen Check der Hausinstallation über mögliche Gefahrenpotentiale durchführen. Eine solche Hygieneinspektion durch den Fachbetrieb ist für den Immobilienbesitzer auch ein Beitrag zur Wertsteigerung seines Objektes: wenn Sie einem potentiellen Käufer durch ein Fachgutachten nachweisen können, dass der technische Zustand Ihrer Trinkwasserinstallation „tip top“ ist und keine umfangreichen Sanierungsarbeiten anstehen oder drohen (oder womöglich auch noch Mietminderungen der Bewohner eines Gebäudes, sollte tatsächlich schon ein Hygieneproblem vorliegen), wird sich das natürlich positiv auf die Bewertung Ihres Objektes auswirken. Oder, aus dem anderen Blickwinkel betrachtet, würden Sie als potentieller Käufer einer Immobilie gerne „die Katze im Sack“ kaufen wollen? – sicherlich nicht!

 

Hygieneinspektion lässt sich in geeigneter Software weiter nutzen

Wenn Sie den Wert einer solchen Hygieneinspektion noch steigern wollen, dann nutzen Sie am besten auch gleich die Möglichkeit, die einmal für Geld erworbenen Erkenntnisse und Informationen über die technische Installation in Ihrem Objekt weiter zu verarbeiten und mit der Durchführung von Wartungs-, Installations- und Renovierungsarbeiten zu aktualisieren: nämlich mit einem geeigneten Tool für das Gebäude-Monitoring bzw. die arbeitssparende Gebäudeverwaltung. In einem solchen IT-Tool können Sie dann natürlich noch weitere Gewerke aufnehmen und auf der gleichen Plattform verwalten: Brandschutzeinrichtungen, Elektroanlagensicherheit, …

Und sollte das Ergebnis einer Hygieneinspektion zeigen, dass es ernsthafte Probleme in der technischen Installation Ihrer Immobilie gibt, die zu Problemen in der Trinkwasserhygiene führen können, dann sind Sie vorgewarnt und können handeln, bevor größere Probleme anstehen, das Gesundheitsamt sich einschaltet, teure mobile Duschfilter vorgeschrieben werden – oder das Gebäude von den Aufsichtsbehörden vielleicht sogar stillgelegt wird, wie unlängst bei einem Hotel auf Norderney geschehen.

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und für uns alle unverzichtbar. Das sieht auch der Gesetzgeber so und hat dementsprechend eine sehr penible Kontrolle der Trinkwasserhygiene in der TrinkwV festgeschrieben.  Wenn sich alle Beteiligten des Prozesses der Herstellung, Verteilung und Nutzung von Trinkwasser an die vorgegebenen technischen Regeln und Empfehlungen halten, ist die Frage „Mineralwasser aus Flaschen oder Leitungswasser trinken?“ leicht zu beantworten …

Aktualisierung 27.10.2016

„Jahresschlussspurt 2016 in der Gebäudehygiene“: so oder so ähnlich könnte man den Tenor der  Wohnbau Service Bonn GmbH in ihrem neuesten Newsletter betiteln. Die Wohnbau Service Bonn GmbH verwaltet nach eigenen Angaben rund 18.000 eigene Wohnungen sowie über 4.000 Wohnungen und 366 Gewerbeeinheiten für Dritte, schwerpunktmäßig in NRW. Im „Leitartikel“ des Newsletters 1/2016 weist die Wohnungsverwaltungsgesellschaft darauf hin, dass nach der letzten Novelle der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom Dezember 2012 mit der darin geforderten regelmäßigen Trinkwasserprüfung in Wohnimmobilien bis spätestens Ende 2013 nun zum Jahresende 2016 ein neuer „Prüfzyklus“ ansteht: die Trinkwasserprüfung in Wohn- und Gewerbe-Immobilien ist alle 3 Jahre durchzuführen, zu dokumentieren und die Dokumentation für 10 Jahre aufzubewahren. Alle Immobilienbesitzer, die bis Ende 2013 ihrer Prüfpflicht gem. TrinkwV ordnungsgemäß nachgekommen sind, müssen nun bis Ende 2016 erneut eine Hygieneprüfung für ihre Trinkwasserinstallationen durchführen.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Autor des Artikels richtigerweise darauf hinweist, dass jeder Immobilienbesitzer und Wohnungsverwalter gut darin beraten ist, bereits vorausschauend das Risikopotential in seiner Immobilie abzuschätzen und durch vorbeugende Untersuchungen mit rel. geringem Kostenaufwand mögliche Ursachen für ein Hygieneproblem im Trinkwasser zu erkennen, bevor bei der Trinkwasseruntersuchung ein Legionellenbefall festgestellt wird, der dann mit häufig hohem Kosten- und Zeitaufwand beseitigt werden muss – genau für eine solche vorbeugende Prüfung eignet sich die im obigen Artikel beschriebene Hygieneinspektion!

Wenn Sie weitere Fragen zur Trinkwasserhygiene in der Wohnungswirtschaft haben, nutzen Sie unsere Sach- und Fachkompetenz als Technische Beratung in allen Bereichen der Prozesswasser- und Trinkwasserbehandlung. Als Kompetenznetzwerk mit einem breiten Erfahrungsschatz bieten wir Ihnen praxisnahe Hilfestellungen und sinnvolle und bezahlbare Lösungen zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Hygiene in Ihrem Trinkwasser und Ihrer Raumluft. Gerne beraten wir Sie in einem ersten Gespräch kostenfrei und unverbindlich; nutzen Sie für Ihre Anfrage das Kontaktformular der Web-Site!

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Blog-Beiträge Dr. Matthias Brück

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