30 Jun 2015

Wasseranalytik – Fahndung nach unbekannten Molekülen

Projekt „FOR-IDENT“ baut weltweite, öffentlich zugängliche Datenbank für Molekülprofile als potentielle „Wasserverschmutzer“ auf

30 Jun 2015

Wir alle bringen in unserem täglichen Leben zahlreiche Chemikalien in den Wasserkreislauf ein. Dazu kommen noch viele natürliche Stoffe; die Wasseranalytik zeigt: in einer einzigen umweltrelevanten Wasserprobe befinden sich bis zu einigen tausend organischer Moleküle.

Wasseranalytik zeigt: viele chemische Stoffe im Wasser – aber nicht alle sind schädlich für die Umwelt

Junge trinkt aus Wasserpumpe

Foto: unknown / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany

Nicht alle dieser Inhaltsstoffe sind bioakkumulierend und letztendlich schädlich für unsere Umwelt und Mensch und Tier, die das „belastete Wasser“ trinken. Aber eben doch mehr Substanzen, als uns lieb ist. Problematisch ist dabei häufig die eindeutige Indentifizierung dder gefundenen Substanzen, um eine Zuordnung in „gute und schlechte“ Produkte zu ermöglichen. Die Möglichkeiten der analytischen Erfassung von Wasserverunreinigungen werden stetig besser und reichen heute, je nach Produkt und Empfindlichkeit der Messmethode, bereits oft in den ppm- und auch den ppb-Bereich hinein.

Bisher stehen für zukünftige Analysen ca. 8.000 Molekül-Profile in einer öffentlichen Datenbank zur Verfügung. Diese vorsorgende Wasseranalytik wird nun in dem Projekt „FOR-IDENT“ international ausgeweitet. Das Prinzip der vorsorgenden Analytik ist gerade bei der Prüfung von Oberflächengewässern wichtig, denn diese sind oft die Quelle für die Gewinnung von Trinkwasser. Daher git hier im Besonderen die Devise: „Großzügiges Untersuchen, um umfangreichen Schäden vorzubeugen oder diese zumindest schnell zu erkennen“.

Eindeutige Indentifizierung scheitert an fehlenden Möglichkeiten der Datenauswertung

In der klassischen Routineanalytik lassen sich von diesen Tausenden Molekülen derzeit maximal ein paar hundert eindeutig identifizieren und zuordnen – und das oft auch nur in spezialisierten Laboren. Dabei sind die technologischen Voraussetzungen, diese zu identifizieren, mittlerweile oft auch in nicht-spezialisierten Analyselaboratorien gegeben. Allerdings fehlt es bisher meist an übergreifenden Lösungen zur Datenauswertung und -archvierung.

Neue Analyseverfahren erkennen unbekannte Substanzen

Neue Analyseverfahren erkennen unbekannte Substanzen (© Bild: Analytische Forschungsgruppe/ Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft / TUM)

Nun also hat sich das Projekt „FOR-IDENT“ das Ziel gesetzt, auf internationaler Ebene die „molekularen Fingerabdrücke“ chemischer Moleküle zu erfassen und in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zu archivieren und abrufbar zu machen. Damit wird in naher Zukunft die vorsorgende Wasseranalytik eine erheblich höhere Schlagkraft beim Auffinden schädlicher Moleküle entwickeln können, und die Möglichkeiten, bei entsprechenden Verunreinigungen vorwarnend zu agieren oder auch vorbeugend im Sinne der Reduzierung von Gesundheitsriskien einzugreifen, werden sich erheblich verbessern.

Bei Aufbau einer Datenbank weitere Synergieeffekte in Wasseranalytik zu erwarten

Es kann erwartet werden, dass sich bei einem solchen international angelegten Projekt auch die Methoden der analytischen Methoden und Verfahren bei der Erfassung von geringsten Spuren im Grund- und Trinkwasser noch verbessern werden; wenn eine große Anzahl an Spezialisten für ein Arbeitsgebiet in eine fachliche Diskussion hineingelangen und eine Plattform für den Informationsaustausch geschaffen werden kann, entwickeln sich in der Regel immer schnell Synergieeffekte bei der Verbreitung und der Ausweitung von Wissen und Erfahrungswerten.

Für weitere Fragen rund um die Themenbereiche der vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft wie Trinkwasserqualität und -hygiene, Prozesswasseraufbereitung, Hygiene und Desinfektion sowie passiven Wärmeschutz von Gebäuden schauen Sie sich gerne die Beiträge auf meiner Web-Site an und nutzen Sie das Kontaktformular der Web-Site für Ihre spezielle Anfrage.

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